Viele Menschen investieren ihr Geld nicht, weil sie Angst haben, Geld zu verlieren. Andere wiederum gehen ins Risiko und verlieren. Eine dritte Gruppe, geht Risiken ein und gewinnt damit. Was diese drei Gruppen unterscheidet und wie Du mit dem Risiko umgehen kannst, darum geht es in diesem Beitrag.

 

DIE ERSTE GRUPPE: BITTE KEIN RISIKO

 

Ich stelle die drei Gruppen hier bewusst als Stereotype dar, um die drei verschiedenen Ansichten zu verdeutlichen.

Zu der ersten Gruppe gehören, was die Geldanlage betrifft, wahrscheinlich die meisten Deutschen. Ich mache das unter anderem daran fest, dass die Aktienquote in Deutschland im internationalen Vergleich sehr niedrig und der Anteil der Versicherungen sehr hoch ist. Quelle und Quelle

Diese Gruppe versucht jedes Risiko zu vermeiden und will genau wissen, was am Ende dabei heraus kommt. Die erste Gruppe ist der typische Käufer der Riester- und Lebensversicherung. Sie weiß, dass sie nach Abzug der Kosten und der Inflation damit Geld verliert, aber sie weiß sicher, dass es nicht noch mehr ist.

Aktien gelten bei der ersten Gruppe als verpönt. Die erste Gruppe schließt alle Möglichkeiten, die ein Risiko haben könnten, kategorisch aus.

 

DIE ZWEITE GRUPPE: MIT VOLLGAS INS RISIKO

 

Die zweite Gruppe geht gerne voll ins Risiko. Je größer der mögliche Gewinn ist der da lockt, desto höher der Einsatz. Ob CFD´s oder Future-Handel mit einem extrem großen Hebel.

Auch die neuen Krypto-ICO´s dürfen nicht fehlen. Es ist egal, was die Idee hinter der jeweiligen neuen Kryptowährung ist. Hauptsache es besteht die Möglichkeit, ganz schnell reich zu werden. Was ich über Kryptowährungen denke, erfährst Du hier.

Unter dem Strich verliert diese Gruppe allerdings Geld. Der Grund ist, dass sie unüberlegt ins Risiko geht. Wenn sie gewinnt oder verliert, dann weiß sie oft nicht einmal genau, warum der jeweilige Fall eingetreten ist. Es geht aber auch nicht um die Analyse, sondern um das kribbeln in den Fingern und den fetten Gewinn.

Spannend ist, dass es sogar Anleger gibt, die zwischen der ersten und der zweiten Gruppe hin und her springen. Einerseits scheuen sie das Risiko und sind sehr vorsichtig. Manchmal wollen sie es aber wissen und gehen aufs Ganze. Teilweise mit fatalen Folgen.

Wenn sie dann auf die Nase fallen, wechseln sie wieder zu den vermeintlich sicheren Anlageklassen. Das zeigt sich zum aktuellen Zeitpunkt auch daran, dass Investoren, die sich die Finger bei dem aktuellen Krypto-Crash verbrannt haben, nun vermutlich die „ultimative Sicherheit“ suchen und ihr Geld in Gold investieren. Quelle

Es gibt tausende Geschichten, von Anlegern die auf einen Schlag extrem viel gewonnen oder eben verloren haben. Dazu ein Beispiel:

 

BEISPIEL

 

Eine von den vielen Geschichten ist die Geschichte von dem 26 jährigen Schweizer Ingenieur Frank Müller (Name geändert), der 2.800 Euro mit einem CFD auf den Euro gegen den Schweizer Franken setzt. Damit das ganze etwas pepp bekommt, hat er mit einem Hebel von 1:400 gewettet.

Drei Tage, nachdem er sein Geld gesetzt hat, beschließt die Schweizer Notenbank den Schweizer Franken von der Kursbindung an den Euro zu lösen. Der Schweizer Franken schießt um 20 Prozent in die Höhe und Frank Müller ist 280.000 Euro im Minus. Sein Limit, dass er gesetzt hat, hat ihm nichts genützt. Nun steht er vor einer möglichen Privatinsolvenz. Quelle

Die Medien berichten gerne über die Erfolge oder die Verluste der zweiten Gruppe, denn sie sind spektakulär. Solche Geschichten sorgen dann wiederum dafür, dass sich die erste Gruppe in ihrer Angst vor dem Risiko bestätigt fühlt. „Siehste“.

 

DIE DRITTE GRUPPE: RISIKO JA, ABER WOHL ÜBERLEGT

 

Die dritte Gruppe mag das Risiko grundsätzlich eher nicht. Sie erkennt aber, dass eine Chance auch immer ein Risiko birgt. Der Unterschied zur zweiten Gruppe ist, dass die dritte Gruppe das Risiko nicht des Risikos bzw. wegen des abnormen Gewinns sucht, sondern dass sie das Risiko als Notwendigkeit auf ihrem Weg zum Ziel erachten.

Menschen in dieser Gruppe gehen auch schon mal hohe Risiken ein, untersuchen aber vorher genau, wie hoch die Chance ist zu gewinnen.

Sie wissen, in welchem Fall sie gewinnen und wann sie verlieren. Sie rechnen sich genau aus, was im schlimmsten Fall passieren kann und überlegen sich bevor sie das Risiko eingehen, wie sie reagieren, wenn der schlimmste anzunehmende Fall eintritt.

Wichtig ist, dass sie nur Risiken eingehen, die sie auch überleben können, wenn es schief geht.

Von den Erfolgen dieser Gruppe hörst Du in den normalen Medien nur relativ selten. Zu dieser Gruppe gehört beispielsweise der erfolgreiche Unternehmer, der eine große Investition wagt um einen neuen Markt zu erschließen. Dazu gehört aber auch der Investor, der zum Beispiel in Aktien oder Immobilien investiert, sich aber vorher schlau gemacht und die Investition genau abgewogen hat: 9 Gründe, warum Du Aktien kaufen solltest, erfährst Du hier.

Anhänger dieser Gruppe werden nur sehr selten den großen Jackpot landen. Dafür steigern sie ihr Vermögen langfristig und mit einer gewissen Kontinuität.

 

WAS DU DARAUS LERNEN KANNST

 

DU MUSST WISSEN, WAS DU TUST

 

Das Risiko ist vor allem dann groß, wenn Du nicht weißt, was Du tust. Wenn Du ins Blaue hinein investierst, hängt Dein Erfolg von Deinem Glück ab. Wenn Du allerdings dauerhaft erfolgreich sein möchtest, dann darfst Du Dich nicht auf Dein Glück verlassen. Du musst wissen, welche Faktoren Deine Investitionen beeinflussen.

Wenn Du die Faktoren, die Deine Investitionen beeinflussen genau kennst, dann kannst Du die jeweilige Situation viel besser einschätzen. Du weißt, wann es Zeit ist gierig zu sein und wann Du besser vorsichtig bist.

Ob ein Risiko groß oder gering ist, hängt somit nicht einmal davon ab, worin Du investierst. Das Risiko hängt von Dir selbst ab, ob Du weißt, was Du tust oder eben nicht.

Dieser Punkt ist auch der Grund, warum ich nicht in Kryptowährungen investiere. Es fällt mir schwer einzuschätzen, welche Faktoren die Preise beeinflussen. Ich kann nicht abschätzen, wohin der Preis sich sich maximal bewegen kann. Sowohl nach oben, als auch nach unten.

Dazu kommt, dass ich keine Vorstellung davon habe, wo die einzelnen Kryptowährungen in 10 Jahren stehen. Ich kann es nicht einmal für das nächste Jahr einschätzen. Wird es in 10 Jahren Bitcoin, Ethereum, Ripple oder IOTA überhaupt noch geben, oder haben dann Kryptowährungen der Notenbanken die heutigen Top-Kryptos abgelöst?

 

RISIKOANALYSE

 

Wie Du vielleicht weißt, war ich, bis ich gekündigt habe, Projektingenieur und später Projektleiter bei einem deutschen Anlagenbau-Konzern.

Im Anlagenbau ist es gesetzliche Vorschrift, dass Du vor dem Projektstart, eine Risikoanalyse erstellst. Dabei betrachtest Du alle möglichen Risiken, sowohl bei dem Transport, der Montage, dem Betrieb und der späteren Demontage der Anlage. Du überlegst Dir dabei nicht nur, was im dümmsten Fall passieren kann, sondern auch, welche Maßnahmen Du ergreifst, um das Risiko zu reduzieren.

Machst Du keine Risikoanalyse und es passiert etwas, dann musst Du Dich dafür persönlich vor Gericht verantworten.

Bei der Geldanlage wanderst Du zwar nichts ins Gefängnis, aber Du kannst sehr viel Geld verlieren. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auch bei der Geldanlage eine Risikoanalyse zu machen, denn es ist Dein Geld, für das Du hart gearbeitet hast.

Nehmen wir als Beispiel an, Du willst in Aktien von einer bestimmten Firma investieren. Dann wären mögliche Fragen:

  1. Wie ist das übergeordnete Marktumfeld?
  2. In welchem Trend befinden wir uns in diesem Markt?
  3. Welche Politik betreiben die Notenbanken und welche Auswirkungen hat das auf diesen Markt?
  4. Wie hoch soll der Anteil Deines Vermögens sein, den Du investierst?
  5. Welche Chance und welches Risiko hat die jeweilige Firma?
  6. Wie sind die Fundamentaldaten und welche Zukunftsperspektive bietet das Unternehmen?
  7. Welche Risiken bietet das Geschäft und die Aktie?
  8. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit dieser Investition gewinnst?
  9. Was kann im schlimmsten Fall passieren?
  10. Wenn der schlimmste Fall eintritt, welche Auswirkungen hätte das in Deinem Depot?
  11. Gibt es zusätzliche Risiken (zum Beispiel ein Währungsrisiko)?
  12. Welche Maßnahmen ergreifst Du, um Dein Risiko zu minimieren?

 

Erst nachdem Du diese Fragen für Dich beantwortet hast, solltest Du investieren. Du weißt dann, wie groß Deine Chance ist zu gewinnen und wie hoch das Risiko ist, dass Du eingehst.

Zudem weißt Du, wie Du mit dem Risiko umzugehen hast, wenn der schlimmste Fall eintritt. Das sorgt dafür, dass Du gelassen bleibst. Noch wichtiger ist aber, dass wenn der schlimmste Fall eintritt, Du direkt weißt, was zu tun ist und Du dadurch schnell handeln kannst.

 

BEHALTE DEINE GEFÜHLE UNTER KONTROLLE

 

Wie schon des öfteren in anderen Beiträgen beschrieben, sind Deine Gefühle, eines der größten Risiken bei der Geldanlage.

Wirst Du gierig, dann besteht die Gefahr, dass Du Dich übernimmst und im schlimmsten Fall mehr Geld verlierst, als Du Dir vorher überlegt hast.

Bist Du hingegen zu ängstlich, dann traust Du Dich nicht zu investieren oder Du bist zu vorsichtig. Dann siehst Du zwar tolle Möglichkeiten, aber Du verdienst kein oder nur sehr wenig Geld damit, weil Du nicht dabei bist oder nur sehr wenig investiert hast.

Je mehr Erfahrungen Du beim investieren sammelst, desto besser lernst Du Dich selbst kennen. Langfristig macht es keinen Spaß, wenn Du Investitionen eingehst, bei denen Du Nachts nicht schlafen kannst. Du solltest also erforschen, mit welchen Risiken Du Dich persönlich gut fühlst und mit welchen nicht.

 

FAZIT

 

Viele Menschen versuchen Risiken komplett aus dem Weg zu gehen, weil sie Angst haben zu verlieren. Andere lassen das Risiko außer Acht und sehen nur den fetten Gewinn am Horizont.

Die dritte Gruppe geht Risiken wohl überlegt ein und untersucht, was im schlimmsten Fall passieren kann.

Wenn Du in Zukunft zu der dritten Gruppe gehören willst, solltest Du Deine Risiken genau untersuchen, davor musst Du Die Risiken allerdings kennen.

Helfen kann Dir dabei mein E-Book: „Alles was Du über die Geldanlage wissen musst“, dass Du hier bekommst.

 

ZU WELCHER RISIKO GRUPPE GEHÖRST DU?

 

Natürlich sind die drei Gruppen sehr stark pauschalisiert. Jeder Mensch ist anders und hat seine eigene Art mit dem Risiko umzugehen.

Wenn Du magst, dann schreibe mir gerne in die Kommentare, zu welcher Gruppe Du Dich zählen würdest.

Früher hätte ich mich klar zur ersten Gruppe gezählt. Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich endlich den Mut aufgebracht habe, in meine erste Aktie zu investieren. Die erste Aktie in die ich investiert habe war, wie soll es anders sein, eine Versicherung. Ich habe damals tatsächlich in die Münchener Rückversicherung investiert, die für Kontinuität und Stabilität steht.

Heute zähle ich mich zu der dritten Gruppe.

 

ICH FREUE MICH AUF DEINEN KOMMENTAR.

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