Dieser Beitrag ist der erste Teil der Serie „erkenne den Crash, bevor eintritt“. Es ist wichtig zu verstehen, wie genau der Markt sich vor und bei einem Crash verhält. Darum geht es in diesem Beitrag. Nur wenn Du das verstehst, kannst Du danach die Anzeichen erkennen und somit Dein Vermögen absichern oder vor dem Crash aussteigen.

Diese Serie wird sieben Teile haben. In dem zweiten bis sechsten Teil bekommst Du Werkzeuge an die Hand, wie Du einen bevorstehenden Crash konkret erkennst.

Im siebten Teil wird es dann darum gehen, wie Du Dein Depot absichern kannst, wenn Du einen bevorstehenden Crash am Horizont aufziehen siehst.

Hier gelangst Du zum zweiten Teil

Hie gelangst Du zu dem dritten Teil

 

DEN CRASH ERKENNEN

 

Es ist an der Börse die Fragen aller Fragen. Wann kommt der Crash? Sollst Du noch investieren, oder ist es schon zu spät?

Viele Crash-Propheten zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Crash für jeden Tag vorhersagen. Damit liegen sie irgendwann auch einmal richtig. Getreu dem Motto: „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“.

Allgemein empfehle ich Dir am Aktienmarkt, die Strategie des Buy and Hold. Also das Kaufen von Aktien und diese dann einfach „für immer“ zu behalten.

Die Glaskugel hat natürlich niemand. Aber mal im ernst. Es ist möglich, einen Crash in etwa zu erkennen, bevor er eintritt. Wenn Du einen Crash aufziehen siehst, macht es doch schon Sinn, die Aktien zu verkaufen oder zumindest mit dem kauf von Put-Optionen abzusichern.

Vorweg: Ein Tiefpunkt am Markt zu erkennen ist einfacher, als den genauen Hochpunkt zu erkennen und tatsächlich genau am Hoch zu verkaufen, bevor der Markt fällt. Wie Du den Tiefpunkt am Markt erkennst um dann alla Warren Buffett richtig günstig zu kaufen, dazu wird es, wenn es Dich interessiert, hier in Zukunft eine weitere Serie geben. Wenn Dich das interessiert, dann schreibe es mir gerne in die Kommentare.

 

WAS IST EIN HOCH?

 

Als Hoch wird der Punkt bezeichnet, bei dem die Aktien ihren Höchststand erreichen. Nach dem Hoch, sinkt der Markt um sich danach erfahrungsgemäß wieder zu erhohlen.

Diese Auf und Ab, auch Volatilität genannt, ist der Grund, dass sich viele Menschen nicht trauen, in Aktien zu investieren.

Ein Hoch ist geprägt, von einer großen Euphorie. Die größte Euphorie der Geschichte, war im Jahr 2000, als jeder nur noch von Aktien gesprochen hat und auch die Menschen, die noch nie etwas mit Aktien zu tun hatten, in den Markt eingestiegen sind. Sie dachten, dass es für immer weiter nach oben geht.

Vielleicht erkennst Du eine Parallele zu Kryptowährungen, auf die ich hier näher eingehe.

 

KOMMT DER CRASH ÜBER NACHT?

 

Die größte Angst der Privatanleger ist, dass sie eines Morgens aufwachen und feststellen, dass es einen großen Crash gab und sie ihr gesamtes Geld verloren haben. Du hast für Dein Geld hart gearbeitet und willst, dass es mehr wird, einen Rückgang oder gar einen Totalverlust willst Du natürlich nicht erleben. Aus diesem Grund gehen viele Menschen das vermeintliche Risiko nicht ein und wundern sich dann, dass sie durch die Inflation langsam aber stetig Geld verlieren.

Ich finde es wichtig, dass Du Dich nicht von Deinen Ängsten leiten lässt. Darum ist es sinnvoll, dass wir uns damit beschäftigen, ob die Ängste überhaupt realistisch sind und was im worst cast passieren kann. Was die Zukunft bringt, weiß natürlich niemand, aber ein Blick in die Geschichte gibt Dir ein besseres Verständnis dafür, wie die Zusammenhänge sind und was passieren kann. Dadurch wirst Du in Zukunft beim Investieren am Aktienmarkt deutlich entspannter sein.

Schauen wir uns dafür die Crashs der Geschichte an. Ein Crash trat in der Geschichte der Börse nie über Nacht auf, sondern zog sich über eine längere Zeit hin.

Natürlich gibt es immer wieder unvorhersehbare Ereignisse, die starke Auswirkungen auf den Markt haben. Aber grundsätzlich lässt sich sagen, das solche Ereignisse in einem gesunden Aufwärtstrend im Vergleich, geringe Auswirkungen haben.

 

DER CRASH IM JAHR 2001

 

In einem Abwärtstrend reicht meist nur ein Funke, damit der Markt in sich zusammen fällt. Auch bei dem Anschlag in New York am 11.09.2001, war der Markt bereits in einem Abwärtstrend.

Hier der Chart des S&P 500 von 1999-2004:

S&P 500 99-04. Anschlag World Trade Center

Quelle

Wie Du erkennen kannst, begann der Abwärtstrend bereits im März 2000. Der 11 September 2001, war dann nur der Auslöser für einen weiteren Abverkauf. Allerdings ging es nach einer kurzen Phase der Erholung noch weiter nach unten. Der Tiefpunkt war erst im Oktober 2002 erreicht.

Wärst Du direkt vor dem Crash am Hochpunkt eingestiegen und hättest am maximalen Tiefpunkt verkauft, dann hättet Du 50,5 Prozent Deines Investments verloren. Die Dividenden die Du in dieser Zeit erhalten hast, sind hierbei unberücksichtigt.

WEITERE BEISPIELE

 

Der letzte große Crash an den Börsen war im Jahr 2008. Aber auch dabei kam der Crash nicht über Nacht.

Hier der Chart des S&P 500 von 2007-2010:

S&P 500 2007-2010

Quelle

Deutlich zu erkennen ist der Einbruch im September 2008, der durch die Pleite von Lehman Brothers (und diese wiederum durch den Crash am US-Immobilienmarkt) ausgelöst wurde. Aber auch hier war der Markt schon seit einem Jahr in einem Abwärtstrend.

Wärst Du beim Hoch ein- und beim Tief wieder ausgestiegen, hättest Du 56 Prozent verloren. Dividendenzahlungen wurden nicht berücksichtigt.

Den größten Tagesverlust hatte der S&P 500 im Jahr 1987.

Hier der Chart von 1986-1989:

S&P 500 1986-1989

Quelle

Im Oktober 1987 gab es den größten Tagesverlust der Geschichte. Auch bei diesem Crash, fiel der Markt nicht von seinem Hoch, sondern der Markt sank erst einmal 2 Monate, bevor er dann tatsächlich zusammen brach.

Wärst Du im schlechtesten Fall ein- und wieder ausgestiegen, hättest Du knapp 36 Prozent verloren.

Als letztes will ich Dir den historischen Crash von 1929 zeigen. Hier allerdings der Chart des DOW 30 von 1929-1936, da es den S&P 500 damals noch nicht gab:

DOW 1929-1936

Quelle

Auch hier ist wieder zu erkennen, dass der Markt, bevor er eingebrochen ist, zuerst in einen Abwärtstrend übergegangen ist.

Im schlechtesten Fall, hättest Du bei diesem Crash 89 Prozent von Deinem Geld verloren. Der schlimmste Crash der Geschichte.

Es lässt sich festhalten, dass die Angst, der Markt könnte über Nacht komplett in sich zusammenbrechen, aus historischer Sicht unbegründet ist. Bei einem großen Crash, befand sich der Markt immer zuerst in einem Abwärtstrend.

 

DER GRÖßTE TAGESVERLUST DER GESCHICHTE

 

Du hast gesehen, dass die großen Rücksetzer in einem Abwärtstrend auftreten. Aber wenn der Markt einmal in einem Abwärtstrend ist und dann einbricht, wie groß kann der größtmögliche Verlust an einem Tag sein?

Der größte Tagesverlust im S&P 500 war im Jahr 1987 und betrug 20 Prozent. Aber wie Du weiter oben im Chart siehst, ist der Kurs erst über eine Woche sehr stark gefallen, bevor dann die sogenannte „Endpanik“ auftrat und der Markt die historischen 20 Prozent verlor.

 

WARUM DU KEINE ANGST VOR DEM CRASH HABEN BRAUCHST

 

Viele Anleger und vor allem die Crash-Propheten, sprechen davon, dass der nächste Crash der heftigste der Geschichte werden wird und über Nacht auftritt. Ich persönlich glaube das nicht.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Markt von einem Hoch aus (Euphorie) über Nacht in einen riesigen Crash übergeht. Das lässt sich einfach erklären. Damit es einen Crash geben kann, muss vorher immer etwas passieren. Warum sollten alle Anleger in Summe auf die Idee kommen, plötzlich zu verkaufen. Dafür gibt es keinen Grund. Zuerst müssen die Menschen Angst bekommen (Abwärtstrend), bevor der Markt dann in eine Panik (Crash) übergeht.

Aber selbst wenn eine Panik über Nacht ausbrechen sollte, ist ein Unterschied zu 1929 und 1987 heute, dass die Börse geschlossen wird, wenn der Kurs mehr als 10 Prozent fällt. Wenn der Markt nach der Eröffnung weiter fällt, hilft das natürlich auch nicht. Es gibt den Anlegern allerdings Zeit, sich mental wieder etwas zu entspannen und der Regierung und den Notenbanken Zeit um Maßnahmen zu ergreifen.

Der große Unterschied ist im Gegensatz zu der Vergangenheit, dass die Notenbanken heute extrem in den Markt eingreifen. Sobald der Kurs beginnt zu sinken, greifen die Notenbanken mit extremen Geldmengen in den Markt ein.

 

KOSTE ES, WAS ES WOLLE

 

Natürlich solltest Du Dich darauf nicht verlassen, dass die Notenbanken wieder alles richten, das sagt schon der gesunde Menschenverstand. Heute ist die Wirtschaft durch die Globalisierung jedoch so eng mit einander vernetzt, das der Aktienmarkt, wie man so schon sagt: „To big to fail“ ist. Der Aktienmarkt ist systemrelevant, was bedeutet, dass ein Einbrechen des Aktienmarktes die Weltwirtschaft in den Abgrund reißen könnte. Da das nicht gewollt ist, wird alles getan, um das zu verhindern.

Das bedeutet nicht, dass es nicht einen Rücksetzer von 20, 30 oder gar 50 Prozent geben kann. Aber die große Angst, dass Du mit Deinen Aktieninvestments Dein gesamtes Geld über Nacht verlierst, ist ziemlich unwahrscheinlich. Anmerkung: Natürlich vorausgesetzt, dass Du Dein Geld in solide Unternehmen investierst und Dein Geld auf mehrere verschiedene Unternehmen verteilst.

Ein schönes Beispiel, wie eng unser System mit einander zusammenhängt, ist die Finanzkrise 2008. Man ließ damals die Großbank Lehman Brothers pleite gehen um dem Markt mal zu zeigen, dass sie nicht machen können, was sie wollen. Auf einmal stand jedoch auch der Versicherungskonzern AIG vor der Pleite und viele Banken drohten mit in den Abgrund zu stürzen. Man erkannte, dass auf einmal die gesamte Weltwirtschaft am Abgrund stand. Also gab man quasi unbegrenzte Mittel frei, um den Markt zu retten und das System stabil zu halten.

Das System stabil zu halten, ist heute die wichtigste Aufgabe der Notenbanken. Oder um es mit den Worten des EZB-Chefs (Europäische Zentralbank) Mario Draghi zu sagen: „whatever it takes“ ,zu Deutsch „Koste es, was es wolle“. Quelle

Wie gesagt, dass soll kein Blankocheck sein. Ich würde nicht mit dem Eingriff der Notenbanken rechnen und empfehle Dir daher, Dein Risiko sehr genau abzuwägen.

 

FAZIT

 

Ein Crash kam in der Vergangenheit nicht über Nacht und der Markt ist heute etwas berechenbarer, als er es noch vor 100 Jahren war.

In einem Abwärtstrend ist die Gefahr von einem plötzlichen Einbruch am größten. In einem gesunden Aufwärtstrend, führten jedoch auch außergewöhnliche Ereignisse in der Vergangenheit, nicht zu einem Crash.

Die pure Buy and Hold Strategie funktioniert gut, jedoch bedeutet für mich das Hold nicht nur, wie André Kostolany sagte, Aktien zu kaufen und Schlaftabletten zu nehmen Quelle. Hold bedeutet für mich, meine Aktien im Grundsatz nicht zu verkaufen, jedoch den Markt im Auge zu behalten um nicht überrascht zu werden und mögliche Verluste abzusichern.

Das erste Werkzeug um einen Crash zu erkennen, bevor er eintritt, bekommst Du in dem zweiten Teil, zu dem Du hier gelangst.

 

 

WAS DENKST DU DARÜBER, EINEN CRASH ZU ERKENNEN, BEVOR ER EINTRITT?

WELCHE MÖGLICHKEITEN NUTZT DU, UM EINEN MÖGLICHEN CRASH ZU ERKENNEN?

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