In diesem Teil sechs der Serie„Wie Du einen Crash erkennst, bevor er eintritt“  geht es um ein sehr simples Anzeichen, nämlich die Durchschnitte. Wie Du damit einen Crash vorzeitig erkennst, darum geht es in diesem Beitrag.

Zum erste Teil, bei dem es darum geht, wie sich ein Crash verhält und wie groß die Gefahr in der Realität ist, dass der Markt über Nacht einbricht, gelangst Du hier.

Den zweiten Teil, in dem es darum geht, wie Du anhand der Volatilität jeden Crash mit fast 100 prozentiger Sicherheit erkennst, noch bevor er eintritt, findest Du hier.

Im dritten Teil geht es darum, wie Du erkennst, das die großen Anleger verkaufen und ihre Aktien an die Privatanleger verteilen. Das passiert in der Regel, bevor der Markt crasht. Zu diesem Teil gelangst Du hier.

Im vierten Teil erfährst Du, wie Du das Volumen als Indikator nutzen kannst. Du diesem Beitrag gelangst Du hier.

Zum fünften Teil, in dem Du erfährst wie Du die Angst und Gier im Markt messen kannst. Dazu gelangst Du hier.

 

WAS SIND DURCHSCHNITTE?

 

Als Durchschnitte werden einfache Linien bezeichnet, die einen Durchschnitt der letzten Tage bilden. Der bekannteste ist der 200er Durchschnitt. Dabei wird der Durchschnitt des Marktes in den letzten 200 Tagen als Linie dargestellt.

Ist der Markt über der Durschnittslinie, dann befinden wir uns, bezogen auf diesen Indikator, in einem Aufwärtstrend. Ist der Kurs unter der Durschnittslinie, dann befinden wir uns in einem Abwärtstrend.

Ich persönlich betreibe nur wenig Charttechnik, da ich eher ein langfristiger Investor bin und kein kurzfristiger Trader. Als langfristiger Investor sind fundamentale Daten und die übergeordnete Entwicklung deutlich wichtiger, als kurzfristige Marktsignale. Hilfreich kann die Charttechnik für Dich sein, um den günstigsten Moment zum Einstieg und zum Ausstieg zu finden. Welche charttechnischen Signale Dir helfen können, zeige ich Dir in einem zukünftigen Beitrag.

 

WARUM MUSS ES IMMER KOMPLIZIERT SEIN?

 

Wenn ich mich mit Anlegern unterhalte die gerade neu anfangen, dann fällt mir auf, dass viele komplizierte Signale und Strategien nutzen. Der Grund ist, dass sie denken, wenn es so einfach wäre, dann könnte es ja jeder. Noch ausgeprägter ist es bei beginnenden Tradern.

Es darf nicht das einfache investieren sein, nein es muss direkt das gehebelte CFD-Trading oder ähnliches sein. Auch mit CFD-Trading kannst Du Erfolg haben. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist nur sehr gering. Eine französische Studie aus dem Jahr 2014 zeigt, dass mehr als 89 Prozent der Anleger mit CFT-Trading Geld verlieren. Quelle

Tatsächlich ist es so, dass gerade die einfachen Dinge gut funktionieren. Buy and Hold, so einfach es ist, funktioniert. Auch Trends zu folgen funktioniert.

Das gleiche gilt für simple gleitende Durchschnitte. Diese sind so einfach, dass sie vielen Anlegern zu einfach sind.

 

WIE KANNST DU DIE DURCHSCHNITTE NUTZEN?

 

Ich schaue mir neben den anderen Signalen aus dieser Serie, Durchschnitte der wichtigsten Indices an. Ich nutze dafür eine Linie, die die letzten 30 Tage betrachtet.

Konkret schaue ich mir den exponentiellen 30er Durchschnitt an. Durch die exponentielle Darstellung werden die letzten Tage höher gewichtet. Dieser wird in vielen Chartprogrammen auch exp. moving average (EMA, manchmal auch EXPMA) genannt.

Warum nutze ich nicht die beliebte 200 Tage-Linie oder die 50 Tage-Linie? ich möchte einen Trendwechsel gerne frühzeitig erkennen. Erkenne ich den Trendwechsel (das durchbrechen der Linie nach unten), fange ich an aufzupassen. Hat der Kurs die Linie nach unten durchbrochen, schreibe ich mir auf, wie lange der Kurs die Linie schon durchbrochen hat. Eine 5 Tage-Linie ist mir zu kurz und die 200 Tage-Linie wäre mir zu lang. Für mich ist etwas mehr als ein Monat, bezogen auf die Handelstage, genau der richtige Zeitraum. Du kannst das aber für Dich gerne anpassen, wenn du magst.

Wenn der Kurs die Linie durchbricht, musst Du nicht direkt verkaufen, wobei selbst das sinn machen könnte. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass wenn Du immer nur investiert bist, wenn der Markt über der Linie ist, und raus gehst, wenn er darunter ist, Du in Summe mehr Erfolg hast. Konkret hättest Du in der Untersuchung 0,8 Prozent mehr verdient, als wenn Du immer im Markt warst.  Quelle

Ich bin mit meinen langfristigen Investitionen allerdings immer investiert (außer, wenn ich einen Cash erkenne). Das hat vier Gründe:

  • Erstens bekommst Du keine Dividende, wenn Du nicht investiert bist.
  • Zweitens fallen für jeden Kauf und Verkauf Gebühren an
  • Drittens musst Du bei einem Verkauf auf die Kursgewinne Steuern zahlen
  • Viertens, und dass ist eigentlich der Hauptgrund, habe ich keine Lust auf den Stress. Ich will nicht jeden Tag handeln müssen. Das investieren soll Geld bringen, aber ich möchte dafür nicht jeden Tag unendlich viel Zeit investieren

 

DIE KOMBINATION MACHT ES

 

Die Durchschnitte alleine, lassen mich vorsichtig werden. Um allerdings einen Crash zu erkennen, sind Durchschnitte zu wenig und provozieren Dich zum, aus meiner Sicht, unnötigen Handeln.

Die Durchschnitte dienen mir nur als ein Signal. Schaue Dir darum die in dieser Serie vorgestellten Indikatoren in Summe an. Wenn einer alleine ein Signal gibt, heißt das noch nicht, dass Du direkt aus dem Markt gehen musst. Ausgenommen davon ist der VIX. Wenn dieser über 19-20 ansteigt, gehe ich aus dem Markt, beziehungweise kaufe Absicherungen, auch wenn die anderen Signale noch positiv sind.

Ich zeige Dir nun, wie sich die Durchschnitte bei einem Crash verhalten haben. Schaue Dir gerne an, wie die anderen Signale waren, als der Kurs die Linie vor dem Crash durchbrochen hat.

 

CRASH 2015

 

Hier nun der Chart des SPY (ETF auf den S&P 500) im Jahr 2015

S&P Crash 2015 30er

Quelle

Wenn Du vor dem Crash im Jahr 2015 ausgestiegen wärst, als der S&P 500 unter seinen 30er Durchschnitt gefallen ist, dann hättest Du den Großteil des Crashs vermieden.

 

CRASH 2011

 

Auch im Jahr 2011 wärst Du aus dem Markt gewesen, bevor es richtig nach unten ging:

S&P 500 Crash 2011 30er

Quelle

 

CRASH 2008

 

Auch beim Crash im Jahr 2008 wärst Du bevor es wirklich los ging, aus dem Markt gewesen:

S&P 500 2007-2010 30er Moving Average

Quelle

 

CRASH 2000

 

Im Jahr 2000 wärst Du frühzeitig ausgestiegen:

S&P 500 99-03 30er Moving Average

Quelle

 

NACHTEILE DER DURCHSCHNITTE

 

Bei einem Crash fällt der Kurs unter seinen Durchschnitt. Das liegt in der Natur der Sache.

Der Nachteil bei diesem Indikator ist, dass er allein nur begrenzt aussagekräftig ist, anders als der VIX, die Umverteilung und selbst das Volumen. Nur weil der Kurs unter den 30er Durchschnitt fällt, solltest Du nicht aussteigen.

In der Kombination der Indikatoren liegt die Kraft.

 

FAZIT

 

Wenn Du den 30 Durchschnitt mit in Deinen Werkzeugkasten aufnimmst, bist Du noch einmal mehr in der Lage einen Crash vorherzusehen und auszusteigen, bevor es am Markt richtig ungemütlich wird.

Den 30er exponentiellen Durchschnitt für den S&P 500 findest Du hier.

Im nächsten und letzten Beitrag dieser Serie zeige ich Dir, wie Du Dein Depot absichern kannst.

 

 

WAS DENKST DU ÜBER DURCHSCHNITTE UND DARÜBER, SIE ALS CRASH-INDIKATOREN ZU NUTZEN?

WAS DENKST DU ÜBER DIE IN DIESER SERIE VORGESTELLTEN INDIKATOREN?

WIRST DU DIE INDIKATOREN NUTZEN UND WENN JA, WELCHE?

ICH FREUE MICH AUF DEINEN KOMMENTAR.

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