In diesem letzen Teil der Serie„Wie Du einen Crash erkennst, bevor er eintritt“ , geht es darum, wie Du für Dein Depot eine Absicherung kaufst, wenn Du einen bevorstehenden Crash erkennst.

Zum erste Teil, bei dem es darum geht, wie sich ein Crash verhält und wie groß die Gefahr in der Realität ist, dass der Markt über Nacht einbricht, gelangst Du hier.

Den zweiten Teil, in dem es darum geht, wie Du anhand der Volatilität jeden Crash mit fast 100 prozentiger Sicherheit erkennst, noch bevor er eintritt, findest Du hier.

Im dritten Teil geht es darum, wie Du erkennst, das die großen Anleger verkaufen und ihre Aktien an die Privatanleger verteilen. Das passiert in der Regel, bevor der Markt crasht. Zu diesem Teil gelangst Du hier.

Im vierten Teil erfährst Du, wie Du Durchschnitte als sehr einfachen Indikator nutzen kannst. Du diesem Beitrag gelangst Du hier.

Zum fünften Teil, in dem Du erfährst wie Du die Angst und Gier im Markt messen kannst. Dazu gelangst Du hier.

Im sechsten Teil geht es darum, wie Du mithilfe der Durchschnitte einen Trendwechsel erkennst. Zu diesem Beitrag gelangst Du hier.

 

VERKAUFEN, HALTEN ODER EINE ABSICHERUNG KAUFEN?

 

Hast Du mit den hier vorgestellten Indikatoren einen bevorstehenden Crash erkannt, hast Du drei verschiedene Möglichkeiten:

 

1.) AKTIEN VERKAUFEN

 

Die erste Möglichkeit ist, dass Du Deine Aktien einfach verkaufst. Die Aktien zu verkaufen ist die einfachste Möglichkeit um einen Crash zu vermeiden. Wenn es zu einem großen Crash kommt, kann es sehr sehr sinnvoll sein, seine Aktien vorher zu verkaufen.

Kommt es allerdings doch nicht zu einem Crash, bist Du aus dem Markt. Steigt der Kurs wieder, musst Du Deine Aktien für mehr Geld zurück kaufen, als Du sie verkauft hast. Außerdem bekommst Du keine Dividenden und musst Steuern auf Deine Kursgewinne zahlen.

 

2.) AKTIEN BEHALTEN

 

Die Vertreter von Buy and Hold halten ihre Aktien für immer. Wenn Du von der Dividende lebst, dann interessiert Dich nur Deine Dividende, die bei ordentlichen Unternehmen auch bei einem Crash gezahlt wird. Der Nachteil ist allerdings, dass Du gemessen an Deinem Depotwert, Geld verlierst.

Ich glaube, dass der Aktienmarkt langfristig steigen wird. Mehr dazu hier. Es kann allerdings sein, dass es auch schon mal Jahrzehnte dauern kann, bis der Wert Deiner Aktien wieder da ist, wo er vor einem Crash war. Beispielsweise liegt der japanische Aktienindex Nikkei 225 auch 28 Jahre nach dem Crash noch 38 Prozent unter seinem Hoch aus dem Jahr 1990, dazu der Chart:

Nikkei Crash

Quelle

Nach dem Crash im Jahr 1929 brauchte der Dow Jones 30 in Summe 26 Jahre, bis er sein altes Hoch wieder erreichte. Hier der Chart des Dow Jones 30 von 1929-1955:

DOW 1929-1955

Quelle

 

3.) ABSICHERUNG KAUFEN:

 

Wenn Du Dir für Dein Depot eine Absicherung kaufst, dann erhälst Du weiter Dividende, hast bei einem Crash Deinen Verlust ausgeglichen und kannst die Absicherung wieder verkaufen, sollte der Crash doch nicht eintreten.

Wenn sich zeigt, dass es ein großer Crash wird, dann kannst Du Deine Aktien, zusammen mit Deiner Absicherung immer noch verkaufen, ohne einen Verlust gemacht zu haben.

Die Absicherung kostet Dich natürlich Geld. Tritt der Crash nicht ein, hast Du durch die Versicherungsgebühren etwas Geld verloren. Dazu weiter unten mehr.

 

WIE ABSICHERN?

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Dein Depot abzusichern (auch hedgen genannt). Du kannst das mit:

  • Dem leerverkauf des Indices
  • Optionsscheinen
  • Optionen

Dazu kommt noch die Möglichkeit Dein Depot abzusichern, indem Du einen Future leer verkaufst, oder das ganze mit CFD´s umsetzt. In diesem Beitrag gehe ich allerdings nur auf die drei hervorgehobenen ein.

 

LEERVERKAUF DES INDICES

 

Eine Möglichkeit ist, dass Du einen Index, zum Beispiel einen ETF auf den S&P 500 leer verkaufst. Ich würde einen Index bevorzugen, da wenn Du Deine eigenen Aktien leerverkaufen willst, Du diese ja erst einmal selbst verkaufst.

Eine andere Möglichkeit wäre andere Aktien leer zu verkaufen, als Du selbst in Deinem Depot hast. Dann kannst Du allerdings auch direkt einen ETF auf den Index nehmen.

Beim Leerverkauf leihst Du Dir über Deinen Broker bei jemand anderem den ETF um ihn dann zu verkaufen, ohne ihn tatsächlich selbst zu besitzen.

Dadurch kannst Du den ETF, wenn der Kurs gefallen ist, billiger zurück kaufen, als Du ihn Dir geliehen hast. Somit hast Du dann mit dem Leerverkauf Geld verdient. Damit kannst Du Deinen Verlust ausgleichen.

Ein Nachteil beim Leerverkauf ist, dass das Risiko theoretisch unbegrenzt ist, da der Index theoretisch unbegrenzt hoch steigen, jedoch nur auf null fallen kann. Weil Deine Aktien aber dann auch steigen, ist dieses Risiko, in der Realität eher gering.

Verkaufst Du einen EFT leer, musst Du demjenigen, von dem Du Dir den ETF geliehen hast, Zinsen zahlen. Schüttet der ETF eine Dividende aus, musst Du auch diese dem anderen bezahlen. Will der andere seinen ETF verkaufen, musst Du ihm diesen zurück geben.

Ich würde den Leerverkauf zur Absicherung nicht empfehlen. Wenn Du allerdings mit einem Crash Geld verdienen willst, kann der Leerverkauf eine interessante Möglichkeit sein. Interessiert Dich, wie der Leerverkauf allgemein funktioniert und auf was Du dabei achten musst, dann schreibe mir das gerne in die Kommentare.

 

OPTIONSSCHEINE

 

Von Optionsscheinen halte ich überhaupt nichts, da sie von Banken emittiert (erschaffen) werden und die Banken damit die Bedingungen festlegen können. Optionsscheine sind ein deutsches Phänomen und nicht international verbreitet, mit allen Nachteilen, die sich dadurch ergeben.

Da Optionsscheine nicht standardisiert sind, ist das Angebot sehr unübersichtlich und die Absicherung, im Vergleich auch noch teuer.

 

OPTIONEN

 

Optionen werden international in hoher Anzahl über eine Böse gehandelt und sie sind standardisiert. Eine Option kann als Versicherung gesehen werden.

Wenn Du Dir eine Option kaufst, dann zahlst Du dafür eine (Versicherungs-) Prämie. Fällt der Kurs, dann steigt der Wert Deiner Option.

Deine Aktien werden durch den fallenden Kurs natürlich weniger Wert. Durch den Kauf der Option, hast Du unter dem Strich dadurch kein Geld verloren. Ich persönlich nehme für meine Absicherung Optionen.

 

RISIKEN BEI OPTIONEN

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass der Handel mit Optionen ein Risiko birgt.

Vor allem der Verkauf  von Optionen kann Dir, wenn etwas schief geht, große Probleme bereiten. Aus diesem Grund empfehle ich Dir zur Absicherung ausschließlich den Kauf  von Optionen! Der Kauf  von Optionen hat ein sehr überschaubares Risiko.

Tritt der Crash, gegen den Du Dich versichert hast nicht ein, ist Dein Geld, dass Dich die Versicherung gekostet hat, theoretisch komplett weg. Das ist Dein Risiko. Warum das Geld, dass Du für die Option gezahlt hast auch nur theoretisch komplett weg ist, dazu weiter unten mehr.

Auch wenn das Risiko beim reinen Kauf von Optionen begrenzt ist, solltest Du sehr genau wissen, wie Optionen funktionieren, welche Faktoren den Optionspreis beeinflussen und wie Du die Order bei Deinem Broker eingibst.

Verstehst Du Optionen nicht, solltest Du Dich darin einarbeiten. Wie bei allen Themen die mit dem Investieren zu tun haben, sind Optionen an sich nicht kompliziert. Wenn Optionen für Dich nicht in Frage kommen, lies trotzdem gerne weiter, um zu erfahren, wie die Absicherung mit Optionen funktioniert.

Interessiert Dich, wie Optionen im Detail funktionieren und was Du dabei beachten solltest, dann schreib mit das gerne in die Kommentare.

 

WARUM NICHT DAUERHAFT ABSICHERN?

 

Eine Absicherung macht Sinn. Warum solltest Du Dein Depot nicht einfach dauerhaft absichern? Es gibt an der Börse den Spruch, „there is no such thing as a free lunch“ (zu Deutsch: „Es gibt nichts umsonst“). Quelle

Wenn Du Dein Depot komplett absichern möchtest, kostet Dich das etwa 8-10 Prozent Rendite im Jahr. Da der Kurs des S&P in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt etwa 8-10 Prozent Rendite gebracht hat, kostet Dich die Absicherung Deine komplette Rendite. Kein Risiko = kein Gewinn.

Das musste auch Dirk Müller (Mr. DAX) erfahren. Ich höre Dirk Müller ab und an ganz gerne zu, allerdings würde ich ihn eher zu den Crash-Propheten zählen.

Dirk Müller hat im Jahr 2015 einen eigenen Fonds, den „Dirk Müller Premium Aktien“ aufgelegt. In den ersten zwei Jahren, hat der Fonds 10 Prozent verloren, währen der DAX im gleichen Zeitraum um 8 Prozent gestiegen ist.

Der Grund ist, dass Dirk Müller gegenüber dem Fondsmanager gefordert hat, das Depot dauerhaft zu 100 Prozent mit Put-Optionen abzusichern. Quelle

 

FAKTOREN, DIE DEN OPTIONSPREIS BEEINFLUSSEN

 

Optionespreise werden hauptsächlich von drei Faktoren beeinflusst:

  • 1.) Dem Kurs des Basiswerts, auf den sich die Option bezieht (zum Beispiel ein Index oder eine Aktie)
  • 2.) Der Volatilität. Je höher die Volatilität (Nachfrage nach Absicherung), desto teurer die Option
  • 3.) Der Zeitwertverfall. Optionen haben immer einen festen Termin, zu dem die Option ausläuft (Versicherungszeit). Am Ende der Laufzeit hat eine Option keinen Zeitwert mehr. Je länger die Laufzeit, desto teurer die Option. Je kürzer die Laufzeit, desto schneller verliert die Option ihren Wert

 

WORAUF DU BEI DEM KAUF VON OPTIONEN ACHTEN SOLLTEST

 

1.) Kaufe Put-Optionen (Versicherung gegen fallende Kurse) nah am jetzigen Kurs: Je tiefer der Kurs ist, desto günstiger ist die Versicherung. Das Problem ist, dass es auch unwahrscheinlicher ist, dass dieser Fall eintritt. Sinkt der Kurs, steigt der Wert Deiner Versicherung zudem weniger, als Du mit Deinen Aktien im Depot verlierst.

2.) Kaufe Put-Optionen mit einer langen Laufzeit: Je länger die Laufzeit einer Option, desto teuer ist sie. Allerdings kannst Du Die Option wieder verkaufen, wenn die Gefahr vorbei ist und Du verlierst durch den geringeren Zeitwertverfall weniger Geld. Kaufe ich Optionen als Absicherung, dann wähle ich eine Laufzeit, die drei mal so lang ist, wie der Zeitraum für den ich mich absichern möchte.

3.) Ist die Gefahr vorbei, verkaufe die Option: Das schöne bei Optionen ist, dass Du sie wieder verkaufen kannst, wenn die Gefahr vorüber ist. Darum ist es so, dass wenn der Crash nicht eintritt, Du das Geld, dass Du für die Option bezahlt hast nur theoretisch komplett verloren hast. Denn durch den Verkauf der Option nimmst Du wieder Geld ein. Somit zahlst Du tatsächlich nur für den Zeitraum, wenn Du eine Gefahr am Markt siehst.

4.) Versichere Dich lieber zu früh, als zu spät: Wenn der Markt schon abstürzt, dann steigt die Volatilität stark an, was dazu führt, dass Du mehr Geld für die Absicherung zahlen musst. Versicherst Du Dich früh, dann profitierst Du von einer steigenden Volatilität.

5.) Kaufe Optionen für den gleichen Wert: Wenn Du Dein Depot absichern möchtest, dann solltest Du eine Versicherung wählen, die Deinen kompletten Depotwert absichert. Du kannst natürlich auch eine höhere Summe versichern, um mit einem Crash Geld zu verdienen. Tritt der Crash jedoch nicht ein, zahlst Du zu viel für Deine Versicherung.

 

FAZIT

 

Optionen sind aus meiner Sicht eine tolle Möglichkeit Dein Depot gegen einen Crash abzusichern.

Wenn Du Dich mit Optionen allerdings nicht auskennst und Du Dich auch nicht einarbeiten möchtest, bleibt Dir nur, Deine Aktien zu verkaufen oder zu halten.

Das war nun die Serie „Erkenne den Crash, bevor er eintritt“. Wie hat Dir die Serie gefallen? Wie sicherst Du Dein Depot gegen einen Crash ab? Was denkst Du über die Absicherung mit Optionen? Schreibe mir das gerne in die Kommentare.

 

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