Weltweit wird das Bargeldverbot vorangetrieben. Einige Länder sind auf dem Weg dorthin schon deutlich weiter als wir Deutschen.

Um Dir einen Überblick darüber zu geben, wie der weltweite Stand ist, erwartet Dich eine siebenteilige Serie.

Dies ist der erste Teil der Serie, der sich mit dem geplanten Bargeldverbot in der EU beschäftigt.

DER ERSTE SCHRITT ZUM BARGELDVERBOT

 

Der erste Schritt in der EU war ein Beschluss im Mai 2016. Er sieht vor, dass der 500-Euro-Schein abgeschafft wird. Die Produktion wurde eingestellt und die 500-Euro-Scheine, die noch in Umlauf sind, werden im Jahr 2018 eingezogen. Trotzdem behalten die 500-Euro-Scheine, die Du noch Zuhause hast, ihren Wert. Du kannst sie also auch in Zukunft wie gewohnt nutzen. Quelle

Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins hat Vorteile. Nicht für alle, aber vor allem für die EZB (Europäische Zentralbank). Aktuell liegt der Leitzins der EZB bei 0,0 Prozent. Banken und Versicherungen sind verpflichtet, überschüssiges Geld bei der EZB zu parken. Für das geparkte Geld beträgt der Zins sogar minus 0,4 Prozent. Quelle und Quelle

Ein Viertel der Weltwirtschaft ist mittlerweile von Negativzinsen erfasst. Ein Beispiel wie Negativzinsen wirken: Legst Du 1.000 Euro bei einem negativen Zins von -0,4 Prozent für 10 Jahren an, hast Du am Ende nur noch 961 Euro. Quelle

Die Sparkasse, die Commerzbank und die Münchener Rückversicherung spielen mit dem Gedanken, ihr Geld als Bargeld in Tresoren zu lagern. Dadurch greift der negative Zins nicht mehr, was die EZB natürlich nicht will. Aus dem Grund hat die EZB den 500-Euro-Schein abgeschafft. Quelle, Quelle und Quelle

Weil es um viele Milliarden Euro geht, brauchen die Banken und Versicherungen jetzt mehr Platz in den Tresoren und auch der Transport wird aufwändiger. Durch das Verbot des 500-Euro-Scheins müssen nun 200-Euro-Scheine gelagert werden. Das rechnet sich für die Banken und Versicherungen jedoch erst ab einem negativen Zinssatz von -0,75 Prozent. Quelle

WARUM SOLL DAS BARGELD ABGESCHAFFT WERDEN?

 

Wenn Politiker über die Abschaffung von Bargeld reden, führen sie häufig zwei Argumente an. Erstens die Einschränkung von  Geldwäsche und zweitens die Eindämmung von kriminellen Organisationen.

Tatsächlich brauchen kriminelle Organisationen heute kein Bargeld mehr, denn es gibt Bitcoins. Mit Bitcoins ist es möglich, von überall auf der Welt Geld digital und anonym zu überweisen. Auch das Waschen von Bitcoins ist kein Problem. Beispielsweise werden heute Drogen, Waffen und andere illegale Dinge problemlos über das Darknet gehandelt und per Post geliefert. Bezahlt wird dabei ausschließlich anonym mit Bitcoins. Quelle und Quelle

DIE VERMUTLICH WAHREN GRÜNDE FÜR EIN BARGELDVERBOT SIND:

 

1.) NEGATIVZINSEN

 

Genauso wie die Banken und Versicherungen möchtest Du als Privatperson kein Geld verlieren. Also hebst Du Dein Geld bei negativen Zinsen einfach ab. Wenn es kein Bargeld mehr gibt, kannst Du Dich den negativen Zinsen nicht mehr entziehen.

2.) BARGELD IST TEUER

 

Der Chef der Deutschen Bank John Cryan hielt im Jahr 2016 in Davos eine Rede. Dabei sagte er, Bargeld sei „fürchterlich teuer und ineffizient“ . „In zehn Jahren wird Bargeld wahrscheinlich nicht mehr existieren“. Quelle  und Quelle

Grundsätzlich hat er damit recht. Das Herstellen der Geldscheine kostet Geld, das Transportieren, das Bewachen, das Auszahlen und selbst die Entsorgung.

Wird das Bargeld abgeschafft, sparen die Banken viel Geld, wodurch sie ihre Gewinne vergrößern.

3.) SCHWARZARBEIT UND STEUERN

 

Wird Bargeld abgeschafft, wird keine Putzfrau und auch kein Handwerker mehr schwarz arbeiten können. Jede Zahlung wäre transparent und vom Finanzamt leicht nachzuvollziehen.

Auch andere Zahlungen am Finanzamt vorbei fliegen bei einem Bargeldverbot schnell auf und würden bestraft.

4.) MARKTFORSCHUNG

 

Viele große Unternehmen haben ein Interesse am Verbot von Bargeld.

Die Unternehmen brauchen weniger Mitarbeiter an der Kasse, müssen kein Bargeld mehr lagern und bewachen lassen. Der größte Vorteil ist, dass die Unternehmen bei einem Bargeldverbot genaue Kundenprofile erstellen können. Sie wissen dann ganz genau wer, wann, was und wo eingekauft hat. Die Daten lassen sich vernetzen und die Unternehmen können die Werbung perfekt auf Dich zuschneiden.

5.) BANK-RUN

 

Die Politik und Finanzunternehmen haben eine riesige Angst vor einem Bank-Run. Den Bank-Run gibt es meistens, wenn entweder eine Bank oder ein Staat dabei sind pleite zu gehen.

Die Sparer bekommen Angst, ihr Geld zu verlieren, also rennen sie zur Bank (Bank-Run) und heben ihre Ersparnisse ab. Eine Bank hat immer nur einen kleinen Teil der Spareinlagen als Bargeld vor Ort. Den Großteil der Gelder hat die Bank angelegt, also ist überhaut nicht viel Bargeld verfügbar.

Möchten viele Sparer auf einmal ihr Geld abheben, geht die Bank pleite. Die Sparer bekommen Panik. Aus Angst, dass auch andere Banken pleite gehen könnten, heben auch dort die Sparer ihr Geld ab, was zu einer weiteren Pleite führt. Es kommt zum Flächenbrand und die Wirtschaft bricht zusammen.

Den letzten Bank-Run gab es im Jahr 2012 in Griechenland. Die Sparer hatten damals Angst, dass der Staat pleite geht, also hoben sie jeden Tag den maximalen Betrag ab. Um eine Panik und den Flächenbrand zu vermeiden, durfte keinem Geldautomaten im Land das Bargeld ausgehen. Um den Nachschub sicherzustellen, wurden drei Militärflugzeuge aus Österreich und Italien mit 50- und 100 Euro-Scheinen eingeflogen. Quelle

Wenn das Bargeld abgeschafft ist, gibt es die Gefahr eines Bank-Run nicht mehr.

6.) ZWANGSABGABE AUF VERMÖGEN

 

2012 kam es in Zypern beinahe zu einer Staatspleite. Um die Staatspleite zu verhindern, beschloss man, die Einwohner von Zypern einfach zu enteignen. An einem Wochenende wurde entschieden, das von den Konten mit weniger als 100.000 Euro 6,75 Prozent abgezogen werden. Bei allen Konten mit mehr als 100.000 Euro wurden sogar 9,9 Prozent abgezogen. Durch die Zwangsabgabe wurde den Bürgern in Summe 5,8 Mrd. Euro weggenommen und Zypern wurde gerettet. Quelle

Aus Angst vor einen Bank-Run wurden die Bürger an einem Wochenende enteignet. Wolfgang Schäuble sagte dazu: „Bankeinlagen sind eine sensible Sache, da muss man schnell handeln, daher macht man es am Wochenende.“ Quelle

Auch jetzt noch sind die Schuldenstände in Europa viel zu hoch. Um das Schuldenproblem zu lösen, hat der IWF (Internationale Währungsfonds) im Jahr 2013 einen Vorschlag gemacht. Der Vorschlag sieht vor, dass alle europäischen Haushalte pauschal um 10 Prozent enteignet werden. Quelle

Noch ist es nicht so weit gekommen, aber wenn die Schuldenkrise wieder aufflammt ist eine solche europaweite Zwangsenteignung nicht unwahrscheinlich. Wenn das Bargeld abgeschafft ist, kann niemand mehr in das Vorhalten von Bargeld flüchten und wir sind einer solchen Enteignung komplett ausgeliefert.

WIE IST DER PLAN?

 

Das Bargeld wird nicht von heute auf morgen verboten. Das würde zu einem Aufschrei in der Bevölkerung führen und Proteste zur Folge haben. Der ehemalige Chefvolkswirt des IWF Kenneth Rogoff sagte, um beispielsweise Aufstände zu vermeiden es sei besser, das Bargeld „über einen längeren Zeitraum auslaufen zu lassen“. Quelle

EU Gesetz 2018

 

Als nächsten Schritt auf dem Weg zum Bargeldverbot plant die EU ein Gesetz über die „Vereinheitlichung der Bargeld-Obergrenzen“. Das Gesetz soll im Jahr 2018 vorgelegt werden. Quelle

Aktuell gibt es verschiedene Obergrenzen für das Zahlen mit Bargeld in der EU. Alle Summen, die über der Obergrenze liegen, müssen digital bezahlt werden. In Frankreich, Spanien und Portugal liegt die Grenze bei 1.000 Euro, in Italien bei knapp 3.000 Euro, in Griechenland bei unter 500 Euro und in Polen und Kroatien bei 15.000 Euro. Quelle, Quelle und Quelle

In Deutschland gibt es bisher keine Bargeld-Obergrenze, geplant ist eine Obergrenze von 5.000 Euro. Quelle

Bezahlung mit dem Handy

 

Die EZB schafft derzeit die technischen Grundlagen, um die Sofortzahlung mit dem Handy innerhalb der Euro-Zone zu ermöglichen. Möglich sein soll die Sofortzahlung per Handy ab November 2017. Quelle

FAZIT

 

Das Bargeldverbot wird kommen. Die Vorteile für die Banken, die Unternehmen und die Politik sind so gewaltig, dass es keinen Weg daran vorbei gibt.

Trotz der vielen Nachteile werden wir Bürger das Bargeldverbot bereitwillig annehmen, denn es wird schleichend umgesetzt und verpackt in gute Argumente (Terrorabwehr und ähnliches).

Einen Vorteil gibt es für Dich. Du wirst einen Gewinn an Komfort haben. Du brauchst kein Bargeld mit Dir herumzuschleppen. Die Schlangen an den Kassen werden kürzer und niemand muss mehr lange nach seinem Bargeld suchen.

Auch wenn das Bargeldverbot kommt, ist es möglich, Dir Deinen Wohlstand zu schaffen. Du wirst Dein Geld nicht mehr in Bargeld investieren können und wirst negativen Zinsen ausgeliefert sein. Trotzdem hast Du die Möglichkeit, Dein Geld gewinnbringend anzulegen und Dein Geld in Deine Hand zu nehmen (nur eben nicht mehr als Bargeld ;-)).

WAS DENKST DU ÜBER DIE PLÄNE ZUM BARGELDVERBOT?

 

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 

 

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